Backups
Datenverlust auf der Website: vorbeugen und retten
Daten der Website verloren, etwa durch Hack, Update oder Hoster-Ausfall? Was Sie zuerst tun, wie die 3-2-1-Regel funktioniert und wie Sie ein Backup testen.
- Von IT bugsolutions
- 7 Min. Lesezeit
Datenverlust auf einer Website entsteht durch Hacks, fehlerhafte Updates, Ausfälle beim Hoster, versehentliches Löschen oder ein abgelaufenes Hosting-Paket. Ist es passiert, ändern Sie nichts mehr, sichern Sie, was noch da ist, und suchen Sie ein Backup, das nicht auf Ihrem Server liegt. Zur Vorsorge gelten die 3-2-1-Regel und getestete Wiederherstellungen.
- Website-Daten sind Dateien, Datenbank und oft auch E-Mails und Einstellungen, nicht nur die Seiten, die Sie sehen.
- Ein Backup auf demselben Server wie Ihre Website reicht als Schutz nicht aus.
- Die 3-2-1-Regel: drei Kopien, zwei Speicherarten, eine Kopie an einem anderen Ort.
- Ein Backup, das Sie nie zurückgespielt haben, ist eine Hoffnung und kein Sicherheitsnetz.
Wie gehen Website-Daten verloren?
Sie öffnen Ihre Website und die Seiten sind leer, im Shop fehlen die Produkte, oder die Bestellungen des letzten Monats sind weg. Es fühlt sich an, als hätte das Internet Ihre Arbeit verschluckt. Meist steckt eine von fünf Ursachen dahinter.
Ein Hack
Angreifer können Inhalte löschen, Dateien verschlüsseln oder Spam in Ihre Datenbank schreiben. Manche leeren eine Seite, um Spuren zu verwischen. Besteht der Verdacht, lesen Sie zuerst die Anleitung zur gehackten Website, bevor Sie etwas wiederherstellen.
Ein fehlerhaftes Update
Ein Update von Plugin, Theme oder CMS kann die Datenbank so verändern, dass sich das nicht umkehren lässt, oder die Seite so beschädigen, dass Inhalte verschwunden scheinen. Oft sind die Daten noch da, die Seite zeigt sie nur nicht mehr. Mehr dazu: Website nach Update kaputt.
Ein Ausfall beim Hoster
Festplatten fallen aus, Server werden beschädigt, und kleine Hoster stellen gelegentlich ihren Betrieb ein. Hoster führen oft eigene Backups, versprechen Ihnen in den Vertragsbedingungen aber selten eine Wiederherstellung.
Versehentliches Löschen
Jemand löscht einen Ordner, leert eine Datenbanktabelle, führt einen falschen Befehl aus oder entfernt im Kundenbereich des Hosters die falsche Website. Das kommt häufig vor und ist menschlich.
Ein abgelaufenes Hosting-Paket oder eine abgelaufene Domain
Bleibt eine Rechnung unbezahlt oder läuft die hinterlegte Karte ab, kann der Hoster das Konto sperren und später löschen. Bei Domains ist es ähnlich. Die Warnungen per E-Mail gehen oft an eine Adresse, die niemand liest.
Was tun Sie zuerst, wenn Daten fehlen?
Widerstehen Sie dem Drang, schnell zu reparieren. Jede zusätzliche Handlung kann etwas überschreiben, das sich retten ließe.
- Bearbeiten Sie die Website nicht weiter. Nichts neu installieren, aktualisieren oder „aufräumen“.
- Notieren Sie, was fehlt, wann Sie es zuletzt gesehen haben und was sich um diese Zeit geändert hat.
- Prüfen Sie, ob die Daten wirklich weg sind oder nur nicht angezeigt werden. Ein Problem mit der Datenbankverbindung kann wie Datenverlust aussehen. Siehe Fehler bei der Datenbankverbindung.
- Melden Sie sich bei Ihrem Hoster an und suchen Sie nach einer Kontomitteilung, einer Sperrung oder einer Störung.
- Sichern Sie den Ist-Zustand: Bitten Sie den Hoster um eine Kopie der aktuellen Dateien und der Datenbank, bevor jemand etwas darüber wiederherstellt.
- Suchen Sie Ihre Backups und notieren Sie das Datum des neuesten.
Ein Backup einzuspielen ersetzt die aktuellen Dateien und die Datenbank. Sichern Sie deshalb zuerst den jetzigen Stand, damit Bestellungen, Kommentare und Änderungen seit dem letzten Backup nicht verloren gehen.
Was ist die 3-2-1-Regel für Backups?
Die 3-2-1-Regel ist ein einfacher Standard für die Datensicherung. Sie sorgt dafür, dass kein einzelnes Ereignis, ob Hack, Plattendefekt oder Fehler, alle Kopien auf einmal vernichten kann.
Für eine Website heißt das: Die Live-Seite ist Kopie eins. Ein Backup auf Ihrem Server oder im Kundenbereich Ihres Hosters ist Kopie zwei. Kopie drei liegt bei einer anderen Firma an einem anderen Ort und ist mit Ihren normalen Website-Zugängen nicht erreichbar. Dieser letzte Punkt zählt, denn Angreifer, die in Ihren Server gelangen, löschen oft die Backups gleich mit.
Was gehört in ein Website-Backup?
- Alle Website-Dateien, einschließlich Uploads, Themes und Plugins
- Die komplette Datenbank, in der Inhalte, Bestellungen und Benutzer stehen
- Konfigurationsdateien wie die wp-config.php bei WordPress oder die .env-Datei bei Laravel, sicher aufbewahrt
- E-Mail-Daten, wenn Ihre Postfächer im selben Hosting liegen
- DNS-Einträge, notiert an einem Ort, an den Sie jederzeit herankommen
Ein Backup mit Dateien, aber ohne Datenbank, stellt eine leere Hülle wieder her. Eines mit Datenbank, aber ohne Uploads, bringt Seiten ohne Bilder zurück. Prüfen Sie, dass beides enthalten ist.
Wie oft sollten Sie ein Backup erstellen?
Überlegen Sie, wie viel Verlust Sie verkraften. Veröffentlichen Sie einmal im Monat, genügen vielleicht wöchentliche Backups. Nimmt Ihr Shop den ganzen Tag Bestellungen an, schmerzt ein verlorener Tag. Dann sind tägliche Backups das Minimum, und manche Shops sichern die Datenbank noch häufiger.
Bewahren Sie mehrere Versionen auf, nicht nur die neueste. Begann ein Problem vor drei Tagen und Sie haben nur das Backup von gestern, spielen Sie das Problem gleich mit ein.
Schwaches Backup
- Eine Kopie auf demselben Server
- Nur die neueste Version
- Nie zurückgespielt
- Zugang wie bei der Website
Starkes Backup
- Mindestens eine Kopie an einem anderen Ort
- Mehrere Versionen mit Datum
- Wiederherstellung an einer Kopie getestet
- Eigener Zugang, Warnung bei Fehlern
Wie testen Sie eine Wiederherstellung?
Ein Backup ist erst bewiesen, wenn Sie daraus wiederhergestellt haben. Machen Sie einen Test mindestens einmal im Jahr und nach größeren Änderungen.
- Richten Sie eine Testumgebung (Staging) oder einen getrennten Testplatz ein. Testen Sie nie an der Live-Seite.
- Spielen Sie dort die neuesten Backup-Dateien und die Datenbank ein.
- Öffnen Sie die Seite, melden Sie sich an, sehen Sie sich einige Seiten an und öffnen Sie eine alte Bestellung oder einen alten Beitrag.
- Prüfen Sie, ob Bilder, Formulare und die Kasse im Shop funktionieren.
- Notieren Sie, wie lange es gedauert hat und was gefehlt hat.
Die letzte Notiz ist wertvoll. Haben Sie sechs Stunden gebraucht und wussten erst auf halber Strecke, wo die Datenbanksicherung liegt, dauert Ihre echte Wiederherstellung länger, als Sie denken.
Reichen die Backups meines Hosters?
Sie helfen, verlassen Sie sich aber nicht allein darauf. Hoster-Backups liegen meist im selben Rechenzentrum und im selben Konto wie Ihre Website. Manchmal werden sie nur wenige Tage aufbewahrt, enthalten nicht alles, und die Bedingungen versprechen oft keine Wiederherstellung. Wird das Konto gesperrt oder fällt beim Hoster etwas Großes aus, können die Backups mit verloren gehen.
Sehen Sie das Hoster-Backup als Zusatzkopie, und pflegen Sie Ihr eigenes, unabhängiges Backup. Wissen Sie außerdem, wo Ihre Sicherungen liegen und wer darauf zugreifen kann, sind Sie im Ernstfall schneller handlungsfähig.
Wenn Daten fehlen: So helfen wir
Fehlen schon Daten, stellen wir die Diagnose kostenlos und nennen vor Arbeitsbeginn einen Festpreis (ab 295 € netto, ab 450 € netto bei gehackten Websites, Onlineshops und Umzügen). Vor jeder Änderung sichern wir ein Backup, und nach der Diagnose zahlen Sie per Vorkasse. Daten, die in keinem Backup stehen und überschrieben wurden, können wir nicht zurückholen. Das sagen wir Ihnen offen.
Damit es gar nicht so weit kommt, enthalten unsere Wartungspläne tägliche Backups außerhalb Ihres Hostings, Erreichbarkeitsprüfungen mit Warnung, Hinweise auf ablaufende SSL-Zertifikate und Domains sowie sichere Updates mit Rollback. Essential kostet 99 € netto im Monat, Plus 199 € netto, Pro beginnt bei 349 € netto. Möchten Sie Ihre Situation besprechen, schreiben Sie uns.
Häufige Fragen
Siehe auch
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